er christliche Dualismus findet seine Grundlagen in der Philosophie von
Paul de Tarse. Sein Anhänger, Marcion de Sinope zeigt den nicht umkehrbaren Widerspruch zweier Gottesanschauungen, die von der alten
Bibel und vom Evangelium getragen werden. Seine spirituelle Kirche erstreckt sich seit dem II. Jahrhundert von Ost nach West bis sie
auf die neue Kirche der guten Christen (die Katharer) trifft und im XI Jahrhundert wieder verschwindet.Wir verkünden, dass solch eine Weltanschauung im XX Jahrhundert immer noch geltend bleibt und dass sich eine ähnliche Fragestellung in der Wissenschaft und in den Bewusstsein entwickelt.
Gott gibt es nicht auf der Welt. Er ist nicht gegenwärtig und nicht gegenüber zu stellen. Dennoch offenbart sich die Vorstellung eines reinen Gott in den Geistern. Diese Reinigung ist ein Weg der Wahrheit, der über die Wirklichkeit der Taten und die Vernunftslehre der Rede führt. Jede Lesung der Gründertexte muß sich an eine historisch-kritische Methode lehnen, welche die theologische Beweisführung aufhebt.
Die alte Bibel zeigt einen gesetzgeberischen Gott gebunden an die weltlichen Werte, während das Evangelium einen Gott offenbart, der von der Welt getrennt ist. Paul arbeitet die Vorstellung zweier Schöpfungen aus :
- Der biblische Gott erschafft einen triebhaften und leidenschaftlichen Menschen, entsprossen aus dem Reich der Tiere ;
- Der Christ erschafft einen Menschensohn, entsprossen aus dem Reich des Geistes und fähig das Bewusstsein zu unterscheiden. Er verkündet nicht die Wiedergeburt des Fleisches, sondern die Verschmähung.
Die grundlegend schlechte Welt in der wir leben ist dem Teufel zu eigen. Das Schlechte – das ganz einfach nur das ist, was weh tut – ist zuerst und das Gute kommt immer nur um die Auswüchse des Schlechten zu mildern. Der Dualismus stellt die Gewaltlosigkeit der Gewalt-tätigkeit gegenüber. Wenn doch das Schlechte wirklich zum Leben gehört, warum stellen wir uns dann einen schöpferischen Gott voller Güte vor? Es gibt hier eine Art von ergreifender Verbundenheit die uns mit dem Teufel verbindet wie den Sklaven mit seinem Meister.
Die Philosophie der Katharer ist eine Befreiungs-Philosophie, die die gemeinschaftlichen Perspektiven umstößt. Sie begegnet in der Geschichte der Menschheit einer Schwierigkeit die genauso groß ist, wie jene von Galileo, der sich bemühte aufzuzeigen, dass die Offensichtlichkeit indes der Irrtum war.